Ausführliche Rezension zu „Liebesflair im Linksverkehr“

Es freut mich doch immer sehr, wenn auch Männer meine Romane lesen. Ganz besonders hoch erfreut bin ich, wenn ihnen das Gelesene dann auch noch so gut gefällt, dass sie sich die Mühe machen, eine ausführliche Rezension darüber zu schreiben.

Vielen Dank, lieber Rüdiger N. Aboreas, für die 5 Sterne heute bei Amazon!

Natürlich gibt es den vollständigen Text auch direkt hier zu lesen:

»Mal wieder einen Liebesroman gelesen. Habe gedacht, einen irgendwie ganz gewöhnlichen in die Hände bekommen zu haben. So einen der Sorte: Kriegt er sie, kriegt sie ihn, Zweifel hier, Zweifel da, Herzeleid und Herzenslust, Missgunst, Trubel – und am Ende sind alle glücklich; die Guten jedenfalls. Immer mal wieder schööön, so viel Menschliches. Und irgendwie, im weitesten Sinne, habe ich genau dies gelesen. Aber eben nur im weitesten Sinne, denn hier sind nicht einfach nur SIE und ER im Spiel, sondern auch SIE und SIE. Letztendlich wird der Leser durch eine emotionale Verwirrung (und durchaus lustvolle Erfüllung) geführt, in einem Hin und Her und einem überraschenden, aber happy Ende.

Herausgehoben werden muss, dass die Autorin ihre Leser auf einer rhythmischen, flotten, durchaus virtuosen Sprache durch die Handlung trägt. Wunderbares Beispiel: „Kaum ein Platz war leer, und die Speisen, deren verschiedene Düfte wie Safranfäden zwischen den Häuserzeilen hingen, waren ebenso vielfältig wie die Sprachen, von denen hin und wieder einige Silben zu ihr herüberwehten.“ Ich wusste gar nicht, dass im Linksverkehr so viel Kunst und Dynamik stecken kann. Hinzu kommt die augenzwinkernde Erzählperspektive, die den Leser bei bester Laune hält.

Deshalb auch keine Bange vor einer trockenen Straßenverkehrsordnung oder vor politischen Anwandlungen, der Linksverkehr steht im Buch wohl ausschließlich als Umschreibung für Britannien. Womit der wesentliche Handlungsort (London) feststeht. Eine Art Fluchtort vor einem verlorenen „Liebesflair“ eben. Die (Haupt-) Protagonistin ist eine Deutsche – wenn ich mich richtig erinnere, genauer: aus Hamburg.

Hier hat der Roman auch seinen Ausgang. Von hier führt der Plot unterhalb eines großen dramatischen Bogens über zahlreiche kleinere Spannungsbögen. Hier beobachtet die Protagonistin Silke auf einem Balkon eine attraktive Frau, von der eine unerwartete Magie ausgeht …

So, mehr zu berichten wäre unredlich. Mir hat das Buch gefallen. Ich habe mich zügig durchgelesen und bin genauso überrascht gewesen wie Sie, verehrte Leser, vermutlich sein werden. Volle Sternenzahl.

Auf eine kleine Kritikerei mag ich allerdings nicht verzichten: So rauschend die Autorin ihre Leser durch die Handlung führt, so wenig berauschend habe ich Unterbrechungen des Handlungsflusses empfunden, in denen regenbogenfarbene Erlebniswelten erklärt werden. Nun gut, vielleicht ein bisschen ungerecht, diese Kritik, aber ich habe es nun einmal so empfunden. Wer hingegen Bedarf hat, der darf sich an einem Bonus erfreuen.«